Reinigung Teil 1 - Die richtige Lackpflege

Es gibt zwar auch unlackierte Gitarren, in den meisten Fällen habe ich es aber mit lackierten Korpora (lateinisch korrekte Mehrzahl von Korpus ;-) zu tun. Jetzt kann ich mich zunächst einmal genau über die Eigenschaften und Empfindlichkeiten von Schellack, Nitrolack, Acryl... informieren,  im Internet sind ja zahlreiche Abhandlungen zu finden. Oder aber ich überlege mir, was ich denn eigentlich machen möchte mit dem lackierten Korpus. Meine Antwort lautet: Reinigung und Glanz. Hier geht es erst einmal nur um die Optik. Eine intakte Lackschicht ist der Schutz des Holzkörpers, diese muss man meiner Meinung nach auch nicht irgendwie "pflegen".

 

Da es mir nicht möglich ist,  jede Gitarrenlackierung zu erkennen oder auch beim Hersteller zu erfragen, ist mein System auf den empfindlichsten Lack eines Instrumentes ausgerichtet und wird jeder Lackierung gerecht. Wir wollen ja auch nur, ich wiederhole, zwei Dinge von der Lackschicht : Sauberkeit und Glanz. Nicht mehr und nicht weniger. 

 

1. Reinigung

Diese erfolgt mit einem sauberen, trockenen oder leicht angefeuchteten Baumwolltuch. Nicht Mikrofaser oder irgendetwas anderes Synthetisches, denn diese steht tatsächlich im Verdacht, beim Wegwischen von kleinen aber kantigen Schmutzpartikeln auf ganz empfindlichen Lacken Kratzer zu verursachen. Da mache ich lieber keine Kompromisse. Baumwolle bzw. speziell dafür erhältliche Gitarrenpflegetücher aus dem Fachhandel (Baumwolle eben). Ob ich das Tuch dann mit reinem Wasser anfeuchte oder nicht, hängt vom Grad der Verschmutzung ab... :-)

 

2. Glanz

Dann poliere ich, und ja, zugegeben, in vielen Fällen wird selbst die einfache Möbelpolitur zum gewünschten Ergebnis führen. Da ich aber vom empfindlichsten  Lack ausgehe und außerdem eine professionelle Dienstleistung anbiete (!) greife ich auch hier zum hochwertigen Spezialprodukt. Hier bin ich nach einigen Jahren des Ausprobierens fündig geworden:

Für klassische und andere akustische Gitarren verwende ich organische Emulsionen von Bellacura (Spezialprodukt für Streich- und Zupfinstrumente).

Zweites Mittel der Wahl ist das Zaubermittel Dr.Ducks AxWax (aus USA) nehme ich gern zur Grobreinigung wenn kein Saitenwechsel erfolgt, für E-Gitarren, Semiakustiks und zur Saitenreinigung. Wenn meine alte Lagerfeuergitarre mal wieder wochenlang verstimmt in der Ecke vor sich hin staubt, mache ich eine "Ducks" Schnellreinigung - das Ergebnis ist einfach nur WOW. Selbst ältere Saiten lassen sich damit wieder erfrischen.

Beide Produkte sind OHNE: Lösungsmittel, Scheuermittel, chemische Rohstoffe, ätzende Stoffe, synthetische Stoffe, Silikone, Schmiermittel etc. Das ist mir wirklich wichtig. 

 

Nachdem ich die Politur dünn aufgetragen habe (Decke, Boden, Zargen, Kopfplatte und Halsrückseite) warte ich kurz und dann wird auf Glanz poliert.

 

Das war's auch schon mit der Lack"pflege". Weniger ist hier mehr. :-)